RootZ Aktion – Splash Festival 2001


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Aktion
 

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’01

Festivalberichte
– Fiasko hinter den Presse-Kulissen

 

Das Splash Festival
hat zumindest im Dancehall-Bereich alle Qualitätsrekorde gebrochen.
Hinter den Kulissen bot sich hingegen der krasse Gegensatz.. Die Kollegen
von der Presse, Radio und Fernsehen hatten nichts zu lachen, es häuften
sich von Tag zu Tag die Stimmen, nie mehr nach Chemnitz kommen zu wollen. 
Niemand erwartet, dass den Journalisten ein roter Teppich ausgerollt wird, 
die Umstände beim Splash glichen aber eher einer Arbeitsbehinderung.

Es begann bei der Akkreditierung.
Etliche Kollegen, auf deren Akkreditierung ein Fotopass vermerkt war, bekamen
zwar ihr Bändchen, der Fotopass wurde aber nicht ausgehändigt.
Später waren lange Diskussionen notwendig, um zumindest einen statt
der zugesagten zwei Pässe zu bekommen und in den Fotograben zu gelangen.

Journalisten die sich ausschließlich
für die Dancehall-Bühne interessierten, mussten gut trainiert
sein. Obwohl nur die Bühne nur 150 Meter vom Pressezelt entfernt war,
mussten sie einen guten Kilometer entlang der großen Hip-Hop Wiese
durch den Freibad-Eingang und dann wieder zurück zur Bühne zurücklegen.
Die Veranstalter hatten einen direkten Durchlass nicht vorgesehen, obwohl
man dafür nur den die Lücke im Zaun, die nur für die Artists
zu passieren war,  auch für die Presse hätte öffnen
müssen.

Bei
einem Interviewtermin im  Pressezelt verpasste man somit gezwungenermaßen
einen Act, da etwa eine Viertelstunde durch die Lauferei  verloren
wurde.  Die Organisatoren hatten aber nicht das geringste Interesse
daran, den Journalisten die Arbeit zu erleichtern: “Mir tun auch die Füße
weh” war das einizige, was dem Pressesprecher dazu einfiel.

Pressezelt



 

Am ersten Tag wusste niemand
so genau, mit welchem Band er wohin durfte. Mir passierte es, dass ich
zweimal durch einen Durchgang gelassen wurde, beim dritten Mal nicht mehr,
andersherum aber auch. Es kam immer darauf an, welcher Ordner gerade an
welcher Stelle saß. Meist stand man aber wie ein armer Bittstelle
vor der Security und musste sich dann wegschicken lassen. Ein Kollege,
der am dritten Tag seinem Unmut Luft machte bekam sogar noch richtig Ärger
mit den Security-Leuten.

Das Pressezelt einer Brauerei
erwies sich während des Festivals auch nur halb so gut, wie es anfangs
erschien. Es lag direkt hinter der Hip-Hop Bühne. Die schreibenden
Journalist konnten sich ja noch durch Zurufen mit den Interviewpartnern
unterhalten, für Radio und Fernsehen waren die Nebengeräusche
der absolute Killer. Ab und zu fiel dann auch noch die Internet- und Telefofon-Leitung
aus, dafür ist zwar niemand verantwortlich zu machen,  das brachte
aber noch mehr Miss-Stimmung.

Der Hohn schlechthin war
der Kühlschrank mit Getränken, der fast immer leer war. Es gab
eine Altbier-Cola Mix und alkoholfreies Altbier. Von Wasser, Saft u.ä.
keine Spur. Dann lieber gar nichts.

 

Vergeblich suchten wir auch
nach einem Bindeglied zwischen Presse und Musiker. Einige Hip-Hopper waren
zwar für die Interview-Couch  eingeladen, die Dancehall-Artists
blieb aber außen vor. Einen richtigen Ansprechpartner suchte man
vergebens.  Es interessierte den leitenden Menschen der Pressestelle
aber auch nicht wirklich, wie denn nun eventuell ein Interview zustande
kommen könnte.  Glücklicherweise war die RootZ-Crew mit
den richtigen Telefonnummern versorgt. Es kostete viel Nerven und Telefoneinheiten,
bis die Termine dann doch endlich in trockenen Tüchern waren.

Mit anderen Fragen brauchte
man dem Splash-Pressechef oder seine Kollegen aber auch nicht zu kommen.
Niemand wusste etwas, und wenn, dann etwas anderes als der vorher Gefragte.

Unter diesen Umständen
war ein halbwegs ordentliches Arbeiten nur mit stahlharten Nerven möglich.
Mit etwas mehr Einsicht seitens der Veranstalter mit kleinen Maßnahmen,
die noch nicht einmal Geld gekostet hätten, eine große Wirkung
erzielt worden. Nächstes Jahr sollte es besser werden.


Copyright Text: Ralf
W. / Dr. Igüz / Photos: Ralf W. / Layout:  Dr. Igüz 1998
– 2001
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